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Aktuelles

Weitere Bombenentschärfung in Klausdorf

Donnerstagmorgen, der 07.02.2019, 09:00 Uhr im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf. Eigentlich sollte an diesem Tag die Nachbesprechung der Bombenentschärfung vom 04.02.2019 stattfinden.

Wieder sammeln sich Einsatzkräfte und Fahrzeuge der Polizei, des Rettungsdienstes, des Bauhofs der Stadt Schwentinentals, der Straßenmeisterei,
der Stadtverwaltung und die Angehörigen der Feuerwehr Klausdorf.

Es wurden weitere Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem neuen Baugebiet gefunden. Diesmal handelte es sich wieder um eine amerikanische 250kg Bombe, das gleiche Modell wie am Montag und eine britische 500kg Fliegerbombe, welche, wie der Fachmann sagt „nicht umgesetzt“ hatten. Sprich sie waren nicht detoniert.

Es startete wieder mit der Einsatzbesprechung aller eingesetzten Kräfte im Schulungsraum des Gerätehauses. Danach begrüßte Holger Muhs aus der Polizeizentralstation Schwentinental die Teilnehmer. Auch Michael Martins, der Revierleiter, ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein.

Dieses Mal wird länger dauern, da es sich um einen Bestimmten Zündertyp handelt der nicht transportfähig ist und vor Ort gesprengt werden muss.

Insgesamt gibt es auf dem Baufeld ca. 130 Verdachtsfälle. Die Stück für Stück überprüft werden müssen. Diese sind aber nicht alles Bomben, sondern auch andere Metallteile. Durch die beauftragte Firma wurde bei den Vorbereitungs- und Sondierungsarbeiten unter anderem eine Schubkarre gefunden.

Während im Gerätehaus Klausdorf der Aufenthalts- und Verpflegungspunkt eingerichtet war, fuhren die Lautsprecherwagen ab 10:00 Uhr durch den Ortsteil und wiesen alle Einwohner darauf hin, dass die Gebäude geräumt werden müssen.
Die Sperren wurden bezogen und keine Personen und Fahrzeuge mehr in den Evakuierungskreis eingelassen.

Auch unsere Feuerwehrkameraden gingen in manchen Straßenzügen von Haus zu Haus, damit sichergestellt werden konnte, dass sich wirklich keiner mehr im Gefahrenbereich befindet.

Da nicht alle Bürgerinnen und Bürger einsahen, dass der Gefahrenbereich zu ihrem eigenen Schutz geräumt werden musste, kam es zu Verzögerungen, damit die Entschärfung beginnen konnte. Als letztes wurde die Bundesstraße B76 komplett gesperrt.

Eine rote Leuchtkugel zeigte um 11:43 Uhr an, dass das Bombenräumkommando mit der Arbeit, der Entschärfung der Sprengkörper, begann.

In der kleinen Schwentinehalle wurde auch wieder der Betreuungs- und Anlaufpunkt (Notunterkunft) eingerichtet. Hier trafen sich fast doppelt so viele Personen wie am Montag. Manche von ihnen sahen sich nicht das erste Mal. Für die Eine oder den Anderen wurden hier Freundschaften geschlossen und man vereinbarte, sich jetzt öfter zu treffen, nicht nur bei einer Bombenentschärfung. Das Team der Stadtverwaltung war wieder gut aufgestellt und Getränke standen in ausreichender Zahl und Auswahl zur Verfügung. Auch der Rettungsdienst war ständig vor Ort.

Es kam bei den Bürgerinnen und Bürgern in der Schwentinehalle gut an, dass der Gemeindewehrführer Jürgen Egerland eine kleine Einweisung in die Lage und den Ablauf gab. „Ich freue mich, dass ich in Klausdorf wohne. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Ich fühle mich durch die Stadt und unsere Feuerwehr gut betreut und informiert. Der Gemeindewehrführer erklärt das auch für Laien immer sehr verständlich. Woanders gibt es das wohl gar nicht.“ So hörte man es in der Schwentinehalle.

Nun begann die Zeit des Wartens.

Dadurch, dass man diesmal ein absolutes Halteverbot in der Dorfstraße und im Aubrook festgelegt hatte, kam es nicht zu den langen Stauphasen, wie am Montag.
Das zeigte, dass man schnell auf diese Problemsituation mit einer einfachen Lösung reagiert hatte.

Auch während der Sperrung gab es ab und zu Personen, die versuchten in den Evakuierungsbereich zu gelangen.
„Ich muss doch nur nach Raisdorf.“ „Ich habe im Leben schon ganz andere Sachen überstanden. Mir wird schon nichts passieren.“ Waren Sätze, mit denen die Einsatzkräfte konfrontiert wurden.
Hier war nicht Jedem klar, dass eine Entschärfung nicht ungefährlich ist und dass das Personal mit den Fingern an der Bombe Ruhe braucht und konzentriert arbeiten muss. Was die Entschärfer nicht brauchen, ist ein noch kurz vorbeifahrendes Fahrzeug.

12:20 Uhr, die erste Bombe ist freigelegt.

12:39 Uhr: die kleinere 250kg Bombe war entschärft. „Halbzeit!“

Der andere, ein 500kg Sprengkörper hatte einen Zünder / Detonator, der als nicht transportfähig eingestuft war. Demzufolge wurde dieser ausgebaut und durch das Team um Hans-Jörg Kinsky um 13:20 Uhr in einem sicheren Abstand zu den Bomben, gesprengt. Ein Knall war in Klausdorf zu hören. Nun ging von den beiden Bomben keine Gefahr mehr aus und die grüne Leuchtkugel zeigte um 13:23 Uhr das Ende der Entschärfung an.

Die Sperren wurden aufgehoben. Die Bürgerinnen und Bürger aus Klausdorf und aus den angrenzenden Gebieten des Kieler Bereiches, sowie die Angehörigen der Gewerbebetriebe konnten wieder in ihren Bereich bzw. nach Hause.

Die Experten des Kampfmittelräumdienstes und der beteiligten Fachfirma wurden zum erfolgreichen Abschluss mit heißen Würstchen durch die Feuerwehr versorgt.

Wieder waren wir froh, dass nichts passiert war. Ein Dank an alle beteiligten Stellen und an die betroffenen Bürger für ihre Mithilfe..

Der Rettungsdienst fuhr noch die ein oder andere ältere Person nach Hause und der Einsatz lief langsam im Gerätehaus aus.

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